18.3.48 geboren in Esslingen, genau 100 Jahre nach der Berliner Märzrevolte. Getauft Wolfdietrich. Mit drei Geschwistern Kindheit im verschlafenen Wäldenbronn am Rande des Schurwalds.

hier klicken, um mehr zu lesen

Das Leben als rothaariger, kleiner, schwächlicher und ärmlich gekleideter Knabe im pietistisch geprägten Württemberg war kein Zuckerschlecken. Wer wollte, durfte einen verprügeln, der Vater stand manchmal sogar daneben; klar, er ist ja rothaarig. Oft erschallte eine Knabenstimme hinter einem Gartenzaun hervor: ’Kupferdächle, Kupferdächle’, oder ’Rotfüchsle, Rotfüchsle’. Freunde oder Freundinnen hatte man keine. Gott sei Dank haben sie in diesem Landstrich inzwischen aufgehört Rothaarige anzuzünden.
Aber wozu klagen, unehelich Geborene hatten es noch viel schwerer.

X schließen

1954 Einschulung im fernen Stuttgart, tägliches Bus- und Bahnfahren

1957 Absolutes Gehör erkannt


Ausbildung & Studium

1954-64 Freie Waldorfschule Stuttgart-Uhlandshöhe
1964 Umzug ins intellektuell geprägte Tübingen, Adoleszenz in der Hippie-Zeit und Studentenrevolte, »make love not war« und »Ho Ho Ho Chi Minh« hießen die Devisen

1964-68 Tübinger Freie Waldorfschule, Abitur
hier klicken, um mehr zu lesen

Aus Schwäbisches Tagblatt 23.6.68 (Tübingen)
Beat nicht vom Band
Über den Band-Wettbewerb in Tübingen Lustnau:


Schade, daß sich die Drittplazierten, die ’Children of sun’ aus Tübingen nur mit drei Stücken vorstellten, denn sie lieferten mit der Eigenkomposition des Abiturienten Wolf Dietrich Bayer den musikalisch und künstlerisch interessantesten Beitrag. ’Love is like the sun’, ein echtes Hippie-Lied, fand in Gingko, einer unter ihrem Pfadfindernamen auftretenden Schülerin, die ideale Interpretin. So arkadisch-schlicht sie sich als Sonnenkind im weißen Maxi-Kleid mit geschnürten Sandalen vorstellte, so sicher und selbstbewußt beherrschte sie ihre Stimme und ihre Gestik. Ob dramatisch, ob zart oder beschwörend, sie wirkte immer überzeugend und gab ihrem Vortrag viel Atmosphäre. (ew)

X schließen


1968-70 Uni Tübingen, Mathe/Physik, Dipl. Vorprüfung
1969 Anerkennung als Kriegsdiensverweigerer, 4 Wochen nach der Tet-Offensive

1970 Vordiplom, Umzug nach Berlin, fasziniert von Teilung, Mauer, S-Bahn und Nachkriegsatmosphäre

1970-75 FU Berlin, Mathematik & Statistik, Schwerpunkte: Topologie, Numerik, Informatik. Diplom
1972 Willi Brandt und SPD gewählt, das erste und letzte Mal

Wissenschaft/
Hochschule

1973-76 Tutor für Analysis, Numerik, Differentialgleichungen, Programmieren in ALGOL 60,68


1974-78 Mitarbeit in der VSK (Vereinigung sozialistischer Kulturschaffender) als Musiker

Musik & Komposition

1977-78
Referendariat Hermann Ehlers-Gymnasium Steglitz, 2. Staatsexamen (Ma,Ph)
AL Igel

im Berliner Schuldienst

1977 Numerische Simulation (Werkvertrag) für das 3. Math. Institut
1977-81 Liedermacher-Duo Doris & Wolf, Präsentation von Altberliner Liedern, Gassenhauern, Polit-Satire, gemeinsam mit Doris Löschin

hier klicken, um mehr zu lesen

Jede Musikgruppe in den Siebzigern musste natürlich ein Rote-Fahne-Lied schreiben. Auch Doris & Wolf konnte sich diesem Sog nicht entziehen. Die folgenden beiden Lieder waren Ursache für 10 Jahre Einreiseverbot in die DDR.

Rote Fahne-Lied
(Auf die Melodie ’Rote Lippen soll man küssen’)

Rote Fahnen soll man hissen, denn zum Hissen sind sie da
Rote Fahnen sind dem Sozialismus ja so nah
gestern habe ich sie gesehen
sie hing auf einem Dach
an dem Kontrollpunkt an der Mauer weht sie Tag und Nacht.
Wabdaduda wabdaduda wabdaduda jei jei jei jei
Wabdaduda wabdaduda wabdaduda jei jei jei jei
Sie grüßt dort den Besucher der DD-Republik
sie sagt: Arbeiter sind die Herrn in Staat und in Fabrik
Doch Augenblicke später durchsucht man dein Gepäck
und hast du da ’ne ’ROTE FAHNE’ .... (Melodie weiter gepfiffen)
Wabdaduda wabdaduda wabdaduda jei jei jei jei
Wabdaduda wabdaduda wabdaduda jei jei jei jei
Man sieht sie drüben öfters, auf jedem Ministerium
sie hängt erst Recht beim StaSi und der NVA herum
sie hängt über jedem Gefängnis
und Nervenheilanstalt
und wer sie trägt am ersten Mai - mit Spott wird er bezahlt.
Wabdaduda wabdaduda wabdaduda jei jei jei jei
Wabdaduda wabdaduda wabdaduda jei jei jei jei
Sie wehte bei der Hochzeit zwischen Moskau und Ost-Berlin
und beim Treueschwur im Kreml war die deutsche Einheit hin
doch die Scheidung ist schon sicher,
Termin ist schon bestellt
von allen, denen die rote Fahne, aber nicht euer Staat gefällt.
Wabdaduda wabdaduda wabdaduda jei jei jei jei
Wabdaduda wabdaduda wabdaduda jei jei jei jei
Moskauer Engel
Eine dreistimmige Fuge, Bach-imitierend, von uns zweistimmig a-capella gesungen

Zwei Engel schweben durch den Raum
im weißen Hemd, mit goldnem Saum
sie blicken auf die Welt hinab
sie sehen die Völker landauf landab.

’Oh Bruder Paul wie heißt der Ort?’
’Ich glaube Moskau - schau mal dort
sie laden ein viel Kriegsgerät
in eine Kiste - die auf Schienen fährt’.

’Diese Panzer hier’
’die Raketen dort’
’diese Bomben für’
’diese Jäger dort’
’die Kanonen hier’
’die Gewehre dort’
da drüben bauen sie noch mehr
’wofür wenden sie’
’diese Waffen an’
’wohin fahren sie?’
’nach Afghanistan!’.
uns hat doch Genosse Leonid geheißen
als Friedensengel sollen wir den Erdenball umkreisen?
Kyrieleis.

X schließen

1978 Gründungsmitglied der Igel-Partei AL, (Alternative Liste Berlin) und der GRÜNEN in Karlsruhe, siehe Publikationen [16][21]

hier klicken, um mehr zu lesen

Einstellungsgespräch 1978 Kreuzberg Frage des Schulrats: ’Ihren Unterlagen entnehme ich, Sie sind ja am 18. März geboren, und auch noch 48! Und Sie glauben wirklich, dass Sie für den öffentlichen Dienst geeignet sind?’ Diese Frage war frei erfunden, die folgende nicht:
Frage des Schulrats (ehem. ganz linker Juso): ’Sie sind ja als Liedermacher-Duo aufgetreten und haben politisch kritische Lieder vorgetragen. Und Sie glauben wirklich, dass Sie für den öffentlichen Dienst geeignet sind?’
Antwort: ’Angenommen, ich hieße Tucholsky, Vorname Kurt. Würden Sie - als Sozialdemokrat - mir dann diese Frage ebenso stellen?’

X schließen

1.5.79 Idee und Konzeption des Stadtteilfestes zum 1. Mai auf dem Lausitzer Platz, Berlin-Kreuzberg, Organisation und Leitung in den Jahren 1979-81 im Auftrag der AL-Kreuzberg
2.5.79 Nach halbjährigem Berufsverbotverfahren (zu oft links von der Mitte gesehen worden), Studienrat in Kreuzberg

1979-81 Leibniz-Gymnasium Kreuzberg (Mathe/Physik)

1981-89 Hector-Petersen-Schule Kreuzberg (Ma/Ph,Informatik,Musik), Fachleitung Mathematik, Aufbau Informatik
1987 bis ? Lebenspartnerschaft mit Britta Sutorius
1987-91 Eine neue Tanzmusik auf Jazz-Basis, d.h. wenig Noten, viel Improvisation, Leitung der Tanzkapelle ’pourquoi pas’
1989-92 Dissertation, Tanz- und Varieté-Musik
1989-93 Promotion Uni Witten-Herdecke, Dr. rer. nat.

1989-? Beschäftigung mit Dynamischen Systemen, Chaos, Delay-Differentialgleichungen, Fraktaler Geometrie
7.1.89 ’Ballnacht in Xylophenia - Tanzbare Kompositionen von Paul Esslinger und Wolf Bayer’, im Ballhaus Kreuzberg Naunynstrasse
Quartier-Ensemble
1990-91 Leitung des Quartier-Ensembles , gemeinsam mit Paul Esslinger. Komposition und Arrangement von Variete-Musik, Begleitung von Sängern, Jongleuren, Artisten

31.12.90 Musikalische Umrahmung der Silvester-Show der ARD
1992-97 Mitarbeit am Aufbau der Kurt-Schwitters-Schule Prenzlauer Berg, (Mathe/Info), ab 1994 Leitung der gymnasialen Oberstufe

1995 Neuorganisation der Kurs-Phase, siehe Publikation [2]

Sept. 97 Beim Betrachten der kleinen Meerjungfrau in Kopenhagen: Erkenntnis, dass der Differential-Operator chaotisch ist, (Periode 3, homokline Orbits) Publikationen [5][7][12][22]

Das Fraktal Kreuzberg-Traum wurde 2004 von Paul Faltz (Coppi-Schüler) entdeckt, siehe Publikationen 1997-2000 die schönste Zeit meines Lebens: Erforschung des Chaos der Differentialrechnung
2000 Heirat mit Britta Sutorius
2000 Hans und Hilde Coppi-Schule Berlin-Karlshorst (Ma,Inf), Einführung von Concurrent Programming in Informatik

2000-01 Lehraufträge TU Berlin ’Dynamik, Chaos und Fraktale Geometrie’
2001-05 Wohnen in Karlshorst
2001-03 Lehrerweiterbildung Informatik FU Berlin berufsbegleitend, Schwerpunkt Concurrent Programming, Staatsexamen
2001-2012 Jugend-forscht-Pate. Betreuung von 29 Wettbewerbsbeiträgen zu Mathematik/Informatik und Technik, erstellt von 11 Frauen und 18 Männern,
8 davon wurden Preisträger (1./2./3. Landessieger): 6 Frauen und 2 Männer
Fraktal
Mascha Kaleko
2004 - 2009 Musikalische Unterstützung des Zimmertheaters Karlshorst bei der Mascha Kaleko-Produktion ’Zur Heimat erkor ich mir die Liebe’

2005 Wohnen in Friedrichshain
2005 Installation von Seminarkursen zu Fraktaler Geometrie und Chaos
2005 Straßenmusik im Wahlkampf von Hans-Christian Ströbele
2008 Verleihung des Lehrerpreis der Helmholtz-Gemeinschaft für Motivation von Schülerinnen und Schülern zur eigenständigen wissenschaftlichen Arbeit

26.03.09: Auszeichnung mit dem Titel: “Berliner Jugend forscht-Lehrer 2009”

2010 Die Hans und Hilde-Coppi-Schule erhält in Essen den Jugend forscht-CTS-Schulpreis, verliehen durch die CTS – Gruppen- und Studienreisen GmbH

Boxhagener Stadtmusikanten
2009: Neues Musikprojekt - Boxhagener Stadtmusikanten

2011 Die Hans und Hilde-Coppi-Schule wird Berliner Jugend-forscht-Schule 2011.

Abschied von der Hans-und-Hilde-Coppi-Schule,
Eintritt in den vorgezogenen Ruhestand

Projekt 2012:

love, peace and jazz-music – hippiesongs mit den www.boxhagener-stadtmusikanten.de